Der Amethyst ist die violette Varietät des Minerals Quarz, auch bekannt als Bergkristall. Sein Kristallsystem ist trigonal und er hat wie alle anderen Quarze eine Mohshärte von sieben, was nur drei Punkte unter dem Diamanten liegt. Mit einem Stück Quarzgestein kann man schon eine Glasscheibe einritzen.

Es gibt in der griechischen Mythologie eine Geschichte, wie der violette Stein zu seinem Namen kam: Der Name „Amethyst“ leitet sich vom griechischen „amethystos“ ab, was so viel wie „dem Rausche entgegenwirkend“ bedeutet. Ganz offensichtlich waren die alten Griechen wohl der Überzeugung, daß der Träger eines Amethysten immun gegen die berauschende Wirkung von vergorenem Traubensaft, also Wein sei. Wurde der Wein aus einem Becher aus Amethyst konsumiert, war das sogar noch besser, denn wer aus so einem violetten Gefäß trank, wurde nicht betrunken und konnte so viel trinken wie er wollte, ohne am nächsten Tag einen Kater befürchten zu müssen … soweit die Legende.
Eine andere Geschichte erzählt, wie der Amethyst in der Vorstellung der Griechen entstanden ist: Der Gott des Weines, des Rausches, des Wahnsinns und der Ekstase Bacchus, manchen besser bekannt als Dionysos wandelte (oder taumelte - wer weiß das heute noch so genau…) eines Tages auf Erden und erschreckte dabei ein junges Mädchen so sehr, daß es auf der Stelle zu Stein erstarrte. Genauer gesagt, zu Kristall. Als der Gott sein Mißgeschick bemerkte, seufzte er resigniert und als sein Atem, heute würde man wohl sagen „Fahne“ den Kristall berührte, färbte dieser sich Violett bzw. Purpur, wie die Farbe des Weines, den der Gott höchstwahrscheinlich kurz vor diesem Ereignis zu sich genommen hatte. So entstand der Amethyst … in der griechischen Version.
Die Römer erzählten die Geschichte ein bißchen anders: in ihrer Version verwandelte die Göttin Diana eine Nymphe aus Eifersucht in einen Amethysten, weil der Gott Bracchus die Liebe der Nymphe erwiderte und nicht die der Göttin… so entledigte man sich damals lästiger Konkurrentinnen.

Schmucksteine AmethystDer Amethyst ist eine weit verbreitete Quarzvarietät. Man findet ihn in Brasilien, Uruguay, Namibia, Madagaskar, Russland, Sri Lanka und Marokko. Meist kann man ihn in Adern in wassergefüllten Hohlräumen und in vulkanischem Gestein entdecken.
Die Färbung des Amethysts variiert von einem sehr hellen Rosa bis zu einem sehr dunklen Violett. Die Verteilung der Farbe im Kristall selbst ist meist eher unregelmäßig.
Man kann auch aus einem farblosen, aber eisenhaltigen Quarz einen Amethyst künstlich erzeugen, indem man ihn Gammastrahlung aussetzt.
UV-Strahlen dagegen, sind für die Schönheit des Kristalls eher abträglich. Im Sonnenlicht verliert er sehr schnell seine Farbe. Ebenso beim Erhitzen. Hitze lässt den Amethyst irgendwann entweder grün oder gelblich erscheinen oder er verliert seine Farbe restlos. Deshalb sollte man auf seinen Amethysten immer gut aufpassen und ihn sorgsam verwahren, denn die dunkelvioletten Steine gelten als besonders wertvoll.

Im 12. Jahrhundert lebte die universalgelehrte Nonne Hildegard von Bingen. Sie schrieb das „Das Buch von den Steinen“, in dem sie unter vielen anderen auch den Amethysten erwähnte, den sie dort als Heilstein beschrieb. Sie empfahl ihn für die Behandlung bei Hautunreinheiten, Schwellungen, Insektenstichen, Spinnen- und sogar Schlangenbissen. Ihrer Meinung nach kann der Amethyst sogar Läuse vertreiben.

In heutigen Esotherikerkreisen findet der Amethyst ebenfalls als Heilstein Verwendung. Hier treffen wir wieder auf unseren alten Bekannten Bacchus, alias Dionysos, denn der Stein, der auch gerne als „Bacchusstein“ oder „Säuferstein“ bezeichnet wird, wird auch heute noch bei der Edelsteintherapie gegen allerlei Süchte eingesetzt. Unter anderem auch gegen die weit verbreitete „Trunksucht“ (Alkoholismus). Außerdem steht er in dem Ruf Körper und Seele zu reinigen und inneren Frieden zu schenken.

Man traut dem Kristall sogar zu, das Stirnchakra zu beeinflussen, da man ihm reinigende, inspirierende und Erkenntnis bringende Eigenschaften zuschreibt.
Die Sternzeichen Jungfrau, Fische, Schütze und Steinbock beanspruchen (je nach Quelle) den Amethysten für sich als Tierkreisstein.
Die Jungfrau erwählte den Amethysten für sich als Hauptstein und überlässt den Sternzeichen Wider, Fische und Schütze den Stein als Nebenstein bzw. Ausgleichsstein.

Aber aus welchen Gründen auch immer man den Amethysten für sich entdeckt hat, man kann ihn sich in Form einer ganzen Druse als Dekoration in die Wohnung stellen oder ihn als funkelnd geschliffenen Schmuckstein immer bei sich tragen. Die Variationen an Schmuckstücken sind mannigfaltig.


Text: Nadja von der Hocht

Beitragsbild:  Ra'ike (see also: de:Benutzer:Ra'ike), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Foto Amethyst Schmucksteine: Nadja von der Hocht